Ein Tag wie bei der Berufsfeuerwehr
20. und 21. September 2008

 

Am vergangenen Wochenende erlebten die Mitglieder der Jugendfeuerwehren Halle - Neustadt, Nietleben und Passendorf einen "Tag wie bei der Berufsfeuerwehr". 24 Stunden lang wurde das Dienstgeschehen einer Berufsfeuerwache nachgestellt. Fahrzeugübernahme, Ausbildung, Dienstsport, gemeinsame Mahlzeiten sowie simulierte Einsätze gehören zum Tagesablauf. Als Wachgebäude fungierte das Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Halle - Neustadt.
Der Aktionstag wurde in Zusammenwirken mit dem Deutschen Roten Kreuz durchgeführt. Zu Spitzenzeiten waren 60 Personen von 5 Jugendfeuerwehren, dem DRK, der Berufsfeuerwehr Halle und der Kleingartenanlage "Ludwigsfelde e.V." beteiligt.

Bei allen Maßnahmen standen die Förderung der Kameradschaft, die Überprüfung des erlernten Wissens und vor allem der Spaß im Vordergrund.

Ab 6 Uhr galt es alles fertig zu machen. Die Leitstelle noch mal zu testen, die Küche vorbereiten usw. Zwischen 7 und 8 Uhr trafen alle Teilnehmer der 3 Jugendfeuerwehren ein.

       

Etwa 8:30 Uhr wurde der Aktionstag eröffnet. Alle wichtigen Dinge wurden nochmals angesagt und die Fahrzeugeinteilung vorgenommen. Jede Jugendwehr besetzte ein Fahrzeug. Die JF Neustadt ihr TLF 16 (Stärke 1:5), die JF Nietleben ihr LF 8/6 (Stärke 1:6) und die JF Passendorf das LF 8/6 (Stärke 1:7) der OW Neustadt. 2 Jugendliche unserer Wehr fungierten als Melder auf den Löschfahrzeugen. Weiterhin stand auch ein Einsatzleitwagen (Stärke 1:1) bereit.
Im Anschluss erfolgt die Fahrzeugübernahme, d.h. die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wurde überprüft. Hierbei wurden auch alle Funkgeräte auf Reservekanäle im 2 und 4 Meterbandbereich umgestellt, um den normalen Funkverkehr nicht unnötig zu behindern. Im Anschluss erfolgte ein gemeinsames Frühstück.

       

Noch bevor alle Brötchen verspeist  waren und die Kaffeetassen leer waren, ertönte um 08:58 Uhr der Alarmgong in der Wache West. Gebangte Blicke auf den Lautsprecher warfen die Jugendlichen, bis die Durchsage ertönte. Der Löschzug (ELW 1, beide LF 8/6 und das TLF 16) wurden zu einer Rauchentwicklung in die Otto - Eißfeldt Straße nach Heide - Süd gerufen.

Nach nur 3 Minuten war der Löschzug West mit 23 Einsatzkräften an der Einsatzstelle. Auf den ersten Blick konnte keine Feststellung getroffen werden. Der Zugführer teilte umgehend den 3 Staffeln Aufgaben zu. In 3 Richtungen strömten sofort die Trupps aus, um das Feuer zu suchen. Nach wenigen Minuten wurde festgestellt, dass die Ursache lediglich ein rauchender Schornstein war. Der Einsatz wurde abgebrochen und alle Kräfte kehrten zur Wache West zurück.

       

Zurück am Standort setzten die Jugendlichen und ihre Betreuer ihr Frühstück fort. Im Anschluss gab es verschiedene Ausbildungsmaßnahmen. Jede Gruppe absolvierte eine Ausbildung zum Thema "BOS - Sprechfunk". Die Planung dieser Maßnahme fand bereits im Vorfeld statt. Der erste Einsatz hatte die Richtigkeit bewiesen, da so auf Fehler im Funkverkehr eingegangen werden konnte.
Andere Gruppen beschäftigten sich mit den Geräten ihrer Fahrzeuge oder dem Vorgehen in Einsatzfällen. Keiner wusste ja, ob es im Tagesverlauf noch gebraucht wird. Besonderheit dabei war der zwischenzeitlich eingetroffene RTW der DRK Rettungswache Selkestraße.

Unterdessen begannen auf der unweit entfernten Peißnitz die Vorbereitungen für den nächsten Einsatz. Auf der Straße "Peißnitzinsel" hatte ein Fahrzeug Öl verloren und eine Ölspur (dargestellt durch ein Kakao-/Wassergemisch) verursacht. Auf der rutschig gewordenen Fahrbahn konnte ein PKW nicht rechtzeitig bremsen und stieß mit einem Radfahrer zusammen. Dabei gab es 3 Verletzte Personen, die beiden Insassen des PKW erlitten einen Schock, der Radfahrer Abschürfungen und offenen Wunden durch den Sturz.

       

Um 10:11 Uhr war es dann soweit. Zum zweiten Mal wurde die Hilfe der Wache West benötigt. Sofort wurde die Ausbildung unterbrochen und die Jugendlichen stürmten los, allerdings wurde nicht der gesamte Rüstzug gefordert. Lediglich das LF 16/12 wurde benötigt. Das Fahrzeuge wurde durch die Staffel der JF Passendorf besetzt, da auf diesem Fahrzeug mehr Material für die technische Hilfeleistung vorhanden ist. Der Rest setzte zunächst die Ausbildung fort.
Nur 2 Minuten später hallte erneut der Alarmgong durchs Gerätehaus. Der Rest des Rüstzuges (ELW 1, LF 8/6, TLF 16 und der RTW des DRK) wurde ebenfalls auf die Peißnitz gerufen. Entsprechend der Planung war nachträglich der Verkehrsunfall gemeldet wurden.

       

Nur wenige Minuten später traf das LF 16/12 ein. Sofort wurde die Einsatzstelle gegen den Straßenverkehr abgesichert, die Brandsicherheit mit dem Schnellangriff hergestellt und die Erstversorgung der Verletzten vorgenommen. Die Aufgaben wurden schnell durchgeführt, allerdings gab es im Bereich der Ersten Hilfe Fehler, welche zukünftig beseitigt werden müssen, da die Personen ohne Absprache mit dem Rettungsdienst gerettet wurden.
Aber aus Fehlern lernt man und somit waren diese an dem Wochenende erwünscht.

       

Wenige Augenblicke später traf der Rest des Rüstzuges an der Einsatzstelle ein. Sofort wurden weitere Kräfte zur Sicherstellung des Brandschutzes und zur Versorgung der Verletzten eingesetzt. Außerdem wurde die Einsatzstellenabsicherung erweitert und die Ölspur abgebunden.
Die Verletzten wurden im Anschluss mit dem RTW bzw. mit dem inzwischen, wenn auch nur in der Fiktion eingetroffen, Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

       

       

Nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft am Standort ging es mit allen Fahrzeugen in den Süden der Stadt. Die Ortsfeuerwehr Ammendorf feierte ihr jährliches Sommerfest, verbunden mit einem Tag der offenen Tür. Diese Gelegenheit ließen wir uns nicht nehmen, um ein leckeres Mittagessen zu erhalten. Aber auch die verschiedenen Mitmachangebote, die Fahrzeugausstellung und das Traditionskabinett zogen unsere 40 Teilnehmer an. Auch 2 historische Fahrzeuge aus dem Feuerwehrmuseum Holdenstedt, welches wir im Juli besuchten, waren zu sehen.

       

       

Gestärkt fuhren wir gegen 13:30 Uhr zurück nach Halle - Neustadt. Zeitgleich mit der Überschreitung der Stadtgrenze Angersdorf/Halle - Neustadt wurde der Einsatzleitwagen vom Einsatzleitzentrum Halle - Neustadt angefunkt. "01-72-01. Sie und der Rest des Löschzuges West fahren An der Feuerwache 5. Brandmeldereinlauf" lautete die Einsatzmeldung vom Disponenten.
Sofort machten sich die Fahrzeuge über die B 80 auf den Weg zum Einsatzort. Bei Eintreffen an der Einsatzstelle herrschte Verwunderung unter den Jugendlichen. Der ELW bog auf den Hof der Hauptfeuerwache der echten Berufsfeuerwehr ein. Der Diensthabende Einsatzleitdienst Peter Seehawer ließ es sich nicht nehmen, den Jugendlichen den Aufbau und die Funktionsweise einer Brandmeldeanlage zu erklären.

       

Sehr viel Trubel herrschte zu diesem Zeitpunkt auf der Hauptwache. Parallel fand auf dem Hof der Einstellungstest für zukünftige Brandmeister der Berufsfeuerwehr Halle statt. Bei unserem Besuch war gerade das Besteigen der 30 Meter langen Drehleiter gefordert. Aber die Bewerber brauchten keine Angst haben, wäre der Meldereinlauf nicht nur simuliert gewesen, wir hätten ihren zukünftigen Arbeitsplatz gerettet.

Zurück an der Wache West stand Fahrzeugpflege auf dem Programm. zeitgleich sollte auch der Umgang mit den Geräten wiederholt werden.

Unterdessen wurde der größte Einsatz des Tages vorbereitet. In der ehemaligen Schweinemastanlage in der Äußeren Lettiner Straße soll es bei Sanierungsarbeiten zu Explosion gekommen sein. 2 Arbeiter erlitten dabei schwerste Brandverletzungen und waren in der Halle gefangen. Außerdem ist die Lagerhalle in Flammen aufgegangen.

       

       

Aufgrund der Größe des Einsatzes warteten die Jugendfeuerwehren Diemitz und Reideburg mit 2 Fahrzeugen im Bereitstellungsraum Lettiner Straße, Ecke Fuchsbergstraße auf ihren Einsatz. Sie sollten im Einsatzverlauf als Freiwillige Ortsfeuerwehren, ergänzend zum Löschzug der Feuerwache West, anrücken.
Vor Ort waren unterdessen bereits Vertreter von TV Halle und der Mitteldeutschen Zeitung eingetroffen.

       

Exakt 14:53 Uhr wurde die Fahrzeugpflege in der Wache West unterbrochen. "Explosion mit Brandfolge in einer Fabrikanlage. Menschenleben in Gefahr" tönte durch die Lautsprecher. Sofort machten sich alle 5 Fahrzeuge auf den Weg. Außerdem wurde der TSA mitgenommen, um zusätzliches Schlauchmaterial vor Ort zu haben.
Auf der Anfahrt stieg der Adrenalinspiegel der Jugendlichen weiter an, weil die Leitstelle den Zugführer informierte, dass mehrere Notrufe eingegangen sind und zusätzlich der Einsatzführungsdienst und 2 Freiwillige Feuerwehren alarmiert wurden. Zwar ahnten die Jugendlichen, dass ihnen ein Großeinsatz bevor steht, allerdings rechnete keiner damit, dass die zusätzlichen Verstärkung wirklich kommt.

Beim Eintreffen wurde der Löschzug von mehreren kleinen Explosionen begrüßt. Unser Einsatzführungsdienst wies sofort die Gruppenführer in die Lage ein und verteilte die Aufgaben.

Die beiden Löschfahrzeuge bauten eine Wasserversorgung über etwa 200 Meter Länge auf. Unterdessen ging ein Trupp des Nietlebener LF zum Außenangriff vor. Das LF 8/6 wurde zunächst mit Wasser vom TLF versorgt. Die Besatzung des Tanklöschfahrzeuges begann mit dem Innenangriff, bei dem relativ schnell die 2 Personen entdeckt wurden. Sofort ging der zweite Trupp des TLF zusammen mit der RTW und einer LF Besatzung zur Menschenrettung vor.

       

       

       

Die nachrückenden Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr (10 Kräfte mit TSF/W und TLF 16) bauten unterdessen ebenfalls eine 200 Meter lange Wasserversorgung auf und überwunden eine Mauer mit einem Steckleiterteil und bekämpften den Brand am anderen Ende der Lagerhalle mit 3 C - Rohren.

       

       

Kurz vor dem Abschluss der Menschenrettung erschütterten weitere Explosionen die Lagerhalle. Während die Kräfte der FF zur Verhinderung einer Barndausbreitung sofort den Monitor ihres TLF in Betrieb nahmen, begannen die freien Kräfte der Berufsfeuerwehr mit dem Aufbau einer weiteren Schlauchleitung zum Hydranten.

       

       

Nachdem beide Verletzten im Rettungswagen versorgt wurden, wurde ein umfangreicher Außenangriff gestartet. Insgesamt kamen 8 C - Rohre und beide Monitore der Tanklöschfahrzeuge zum Einsatz.

       

       

Nach etwa einer Stunde war die gestellte Aufgabe gemeistert und der Rückbau begann.
Diese Einsatzübung mit 5 beteiligten JF' s war die bisher größte ihrer Art die hallesche Jugendfeuerwehren absolvierten. Insgesamt kamen 34 Kräfte von den Feuerwehren Halle - Neustadt (15 Kräften), Nietleben (6 Kräfte), Passendorf (8 Kräfte), Diemitz (4 Kräfte) und Reideburg (6 Kräfte) sowie 3 Helfer des DRK mit 8 Fahrzeugen zum Einsatz.

Nach den umfangreichen Aufräumarbeiten ging es zunächst auf die Hauptwache zu einem gemeinsamen Gruppenbild. Im Anschluss fuhren wir in unser Gerätehaus. Als erste Maßnahme wurde die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wieder hergestellt. Während auf den "BF - Fahrzeugen" die alten Schläuche wieder gesetzt wurden, um eine unnötige Mehrbelastung der Schlauchwäsche zu verhindern, erhielten die "FF - Fahrzeuge" neue trockene Schläuche.
Im Anschluss gab es Kaffee, Tee und Kuchen, um die Kraftreserven aufzufüllen.

Aufgrund des langen Einsatzes in Kröllwitz, verschoben sich die Dienstzeiten für die Wachabteilung. Der für 17:00 Uhr geplante Dienstsport wurde auf 17:30 Uhr verlegt. Doch dazu kam es nicht mehr, denn 10 Minuten vorher wurden Löschzug und RTW erneut gefordert. Eine Laube in der Kleingartenanlage "Ludwigsfelde e.V." stand im Böllberger Weg in Flammen.

       

Schon auf der Anfahrt ahnten die Jugendliches böses. Das Einsatzleitzentrum Halle - Neustadt informierte die Kräfte über Funk, dass es Verletzte gibt und eine Gasflasche sich in der Laube befinden. Bereits ab den Haupttoren zur Anlage konnten die Floriansjünger die Rauchsäule sehen. Nach einer ausgiebigen Lageerkundung, wurden die Fahrzeuge an den Zufahrten verteilt. Die brennende Laube konnte nicht direkt angefahren werden, da sie mitten in der Anlage ist und die Wege nicht breit genug für Einsatzfahrzeuge sind.

       

Im Anschluss wurden die Aufgaben verteilt. Gemeinsam bauten die Besatzungen des TLF und eines LF die Wasserversorgung über 150 Meter auf. Die Nietlebener Kräfte retteten unterdessen eine verletzte Person und übergaben sie dem Rettungsdienst. Im Anschluss nahmen die Angriffstrupps Neustadt und Nietleben jeweils ein C - Rohr zur Brandbekämpfung vor.

       

       

Unterdessen wurde eine Explosionsgefährdete Gasflasche gefunden. Sofort erhielt der Gruppenführer Passendorf den Auftrag mit seiner Besatzung einen Behälter, bestehend aus 4 Steckleiterteilen, Bindestricken und einer Plane aufzubauen. Hierbei erhielten die Nachwuchskräfte Unterstützung von den Aktiven Kameraden, da es für viele Neuland war. Im Anschluss wurde das Bassin mit Wasser geflutet, wodurch die Flasche über einen längeren Zeitraum gekühlt werden konnte. Dabei wurde den Jugendlichen auch der Zweck dieser Maßnahme erklärt.

       

Im Anschluss an die kurze Auswertung und Erläuterung erhielt der Einsatzleiter des Tages, Steffen Titze, seine Taufe als Einsatzleiter im Wasserbassin. Anschließend wurde zurück gebaut und es ging zurück zum Standort.

       

Zurück in der Wache wurden die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht. Im Anschluss gab es Abendbrot. Mit frisch gegrillten Steaks und Bratwürsten wurden die Energiereserven wieder aufgefüllt, weil keiner wusste, was noch kommt.

       

Kurz vor 20 Uhr gab es erneut Alarm. Das LF Nietleben wurde in den Südpark gerufen. Ein Baum war umgekippt und blockierte die Straße. Nach wenigen Minuten traf das Löschfahrzeug ein. Sofort ließ der Gruppenführer die Straße absichern. Im Anschluss ging ein Trupp mit einer Handsäge vor, um den Baum zu zerkleinern. Im Anschluss wurde die Straße noch gereinigt. Nach einer Viertel Stunde war der Einsatz beendet.

       

       

       

       

In der Wache wurde unterdessen das Nachtlager vorbereitet. Dazu wurden die Tische und Stühle aus dem Schulungsraum getragen und Liegen sowie Luftmatratzen aufgestellt. Auf dem Hof wurde unterdessen der Feuerkorb der OW Dölau angeheizt. Der Abend wurde zum Gedankenaustausch unter den Jugendlichen genutzt.

       

Der gemütliche Abend währte jedoch nicht lange. Spielende Jugendliche hatten in der Parkanlage "Weinbergwiesen" im Bereich Blücherstraße, Ecke Begonienstraße einen Papierkorb in Brand gesteckt. Kurz nach 21:20 Uhr ertönte der Gong in der Wache. Nach nur wenigen Minuten verließ das TLF 16 die Wache zur nur wenige Hundert Meter entfernten Einsatzstelle.

       

Vor Ort war der brennende Papierkorb weithin sichtbar. Zeitgleich mit dem TLF traf auch ein Funkstreifenwagen der Polizei ein, der zufällig vorbei kam und den Brand bemerkte. Sofort klärten wir die Besatzung über unseren Aktionstag auf.
Der Angriffstrupp ging unterdessen mit der Kübelspritze zur Brandbekämpfung vor.
Unsere Leitstelle war bei der Rückmeldung: "Brand eines Papierkorbes. Kübelspritze im Einsatz. Polizei vor Ort" etwas verwundert.  Nachdem beide Trupps jeweils einmal die Kübelspritze leerten, konnte gemeldet werden: "Feuer aus. Einsatzstelle an Polizei übergeben."
15 Minuten nach Alarmauslösung war das Fahrzeug wieder zurück am Standort. Nun galt es die Leitstelle über die Lagemeldung aufzuklären.

       

       

       

Nach einer kurzen Pause, wurde die Nachtruhe gegen 22 Uhr eingeläutet. Wenn auch mit etwas Murren, begaben sich alle Jugendlichen zu ihren Betten.

       

Doch die Nachtruhe währte nicht lange. Kurze Zeit nach Beginn der Nachtruhe forderte unser Einsatzführungsdienst die Unterstützung der Floriansjünger an. Die Polizei meldete, dass 2 Jugendliche am Abend nicht nach Hause gekommen sind. Die Aufgabe war, eine Fläche im Bereich Passendorfer Wiesen auszuleuchten und abzusuchen.

Nach Eintreffen aller 4 Fahrzeuge wies der Einsatzführungsdienst den Fahrzeugführern einen Suchbereich zu. Im Anschluss verteilten sich die Fahrzeuge zu den zugewiesenen Standorten.
Die beiden Löschgruppenfahrzeuge bauten jeweils einen Lichtmast mit dem Beleuchtungssatz auf, das Tanklöschfahrzeug montierte einen Scheinwerfer auf dem Dach des Fahrzeuges.
Teilweise brauchten die Jugendlichen keine 5 Minuten um diese Aufgaben zu erfüllen.

       

       

Ausgerüstet mit Handscheinwerfern durchforsteten die jungen Einsatzkräfte das Suchgebiet. Eine Person entdeckten die Trupps aus Neustadt und Nietleben an einer Wegkreuzung inmitten eines großen Grashaufen, die Passendorfer fanden den zweiten Jugendlichen kurze Zeit später an einem Hochspannungsmast.

       

       

Nachdem beide Personen gefunden wurden, wurden sie erstversorgt und anschließend mit Krankentragen in Sicherheit gebracht. Im Anschluss bauten alle Trupps ab und kehrten, nachdem die Scheinwerfer abgekühlt waren, zurück zur Feuerwache West.

       

Nun konnten die Jugendlichen ihre Nachtruhe im Schulungsraum der Wache West fortsetzen. Auch wenn es einige Probleme am Anfang gab, schliefen nach einiger Zeit alle Jugendlichen tief und fest. Einige Betreuer schliefen ebenfalls im Schulungsraum um die Aufsichtspflicht wahrzunehmen.
Die restlichen Betreuer nächtigten in der Fahrzeughalle und in den Einsatzfahrzeugen. Allerdings konnten sie im Gegensatz zu den Jugendlichen nicht unbeschadet schlafen, da es immer wieder freundliche Weckmaßnahmen durch andere Kameraden gab.

       

Während die Jugendliche noch schliefen, ging erneut ein Notruf im Einsatzleitzentrum Halle - Neustadt ein. Sofort wurde um 6:28 Uhr der Alarmgong in der Wache West betätigt. Verschlafen schauten die Jugendlichen auf den Lautsprecher, wie jedoch die Durchsage "Vermutlicher Wohnungsbrand" kam, sprangen die Jugendlichen auf um in ihre Uniformen zu schlüpfen.
Beim Blick auf die Alarmdepeschen grinsten vor allem die Neustädter Jugendlichen. Der Einsatzort war die Wohnung des Ortswehrleiters.
2 Minuten später waren die Fahrzeuge fast vollständig besetzt, doch da meldete das Einsatzleitzentrum, dass der Einsatz entfällt. Die Ortsfeuerwehr Trotha war bereits vor Ort und benötigte keine Verstärkung mehr.

       

Nach diesem unsanften Weckruf, lohnte es sich für die noch verschlafenen Kinder und Jugendlichen nicht mehr weiterzuschlafen. Nach der Zeit für die Körperhygiene wurden die Betten zusammengebaut und der Schulungsraum wieder bestuhlt. Im Anschluss an diese Maßnahme gab es Frühstück.

       

Nach dem Frühstück sehnten alle Jugendlichen den Schichtwechsel um 8:30 Uhr herbei. Doch daraus wurde nichts, denn um 8:29 Uhr löste das ELZ Halle - Neustadt nochmals Alarm für den Löschzug West aus. In der Grube Alt - Zscherben hatten Jugendliche am Abend ein Lagerfeuer nicht abgelöscht. Dieses wurde durch Windböen wieder angefacht und hatte umliegendes Ödland entzündet.

       

Vor Ort brannte eine ca. 500 m2 große Fläche Gras- und Buschland. Sofort wurden die Aufgaben verteilt. Während die Nietlebener Jugendgruppe mit dem Erstangriff begann, versorgte das TLF die Kameraden zunächst mit Wasser. Unterdessen bauten die Passendorfer Jugendlichen eine Wasserentnahme aus dem Steinbruchsee auf und verlegten ein Schlauchleitung zum Tanklöschfahrzeug.

       

       

       

Im Anschluss wurde der Flächenbrand mit 6 C - Rohren bekämpft. Hierbei mussten die Gruppenführer mehrmals ihre Trupps umpositionieren, da mehrfach der Wind drehte.

       

       

Nach diesem Einsatz kehrten alle Fahrzeug zurück zur Wache West. Bevor die nächste Wachabteilung übernahm, wurde alle Fahrzeuge gereinigt und neu bestückt. Insgesamt wurden an diesem Wochenende über 50 Druckschläuche verbraucht, wovon der größte Teil bis zu drei mal im Einsatz war.

Nun wurde alle Taschen und Luftmatratzen auf den Fahrzeugen verstaut und das Wachgebäude gereinigt. Bei der abschließenden Auswertung wurde ein sehr positives Fazit gezogen. Es war eine gelungene Veranstaltung. Es wurden aber auch diverse Mängel aufgedeckt, welche in den kommenden Ausbildungsdiensten besprochen werden sollen.

       

Unser Dank gilt allen die uns unterstützt haben. Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei:

 

Bericht bei halleforum.de                        Bericht der Mitteldeutschen Zeitung

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